Was macht man als Betriebswirt ?
Betriebswirt Aufgaben / Tätigkeitsfelder
Neben dem ehrgeizigen Ziel, in die Top-Positionen großer Konzerne zu gelangen und am Ende ganz an der Spitze als Vorstandsvorsitzender zu stehen, gibt es wesentlich greifbarere Aufgaben, die auf einen gut ausgebildeten Betriebswirt warten. Ein Betrieb gliedert sich in verschiedene Teilbereiche auf. In jedem dieser Bereiche hat ein Betriebswirt die Möglichkeit, sich in gehobenen Führungspositionen zu spezialisieren und zu etablieren.
Das betriebliche Rechnungswesen ist beispielweise ein Bereich, in dem Finanzströme eines Unternehmens überwacht werden. Das interne Rechnungswesen ist Buchhaltung auf höchstem Niveau. Es umfasst selbstverständlich tiefergehende Qualifikationen als sie für eine reine bilanzbuchhalterische Tätigkeit notwendig sind. Im Rechnungswesen werden nicht einzelnen Posten verbucht, sondern das gesamte betriebliche Finanzkonzept überwacht und gemanagt.
Im Controlling sieht ein Betriebswirt seine Herausforderung darin, Unternehmensinteressen strikt zu vertreten und sie gegen Individualinteressen zu verteidigen. Damit ist gemeint, dass ein Controller für die Kostenminimierung und für Prozessoptimierung zuständig ist. Ständig überwacht er prozessuale Betriebsabläufe und sucht nach Wegen, wie sich durch ein Zusammenspiel von Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung Unternehmensgewinne maximieren lassen. Der Posten eines Controllers ist nicht sehr leicht, da er oftmals innerbetrieblich ähnlich unbeliebt ist wie der Finanzminister in der Bundesrepublik, der vielen Ressorts Absagen erteilen und den Geldhahn zudrehen muss. So spannend diese Aufgabe ist, man muss schon sehr starke Nerven mitbringen, um sie erfolgreich bestehen zu können.
Das Marketing zählt mit zu den beliebtesten Betätigungsfeldern angehender Betriebswirte. Hierunter fällt das gesamte betriebliche Absatzwesen. Hier sind Spezialisierungen notwendig, da die Märkte, in denen das Unternehmen agiert, genau analysiert werden müssen. Wie umfangreich ist der Markt, wie viele Konkurrenzunternehmen gibt es, wie sieht es mit der aktuellen Preispolitik für die Produkte oder Dienstleistungen aus, welche Kosten werden durch welche Werbemaßnahmen verursacht? Diese und noch viel mehr Fragen müssen genauestens geklärt werden, bevor eine Marketingstrategie gestartet wird.
Ein ähnlich begehrter Bereich wie das Marketing, das sich mit der theoretischen Seite des Absatzes beschäftigt, ist der Vertrieb. Er ist die praktische Umsetzung dessen, was das Marketing plant. Hier ist der Betriebswirt für den direkten Verkauf zuständig. Der Vertrieb arbeitet in der Regel eng mit dem Marketing zusammen. Der Vertriebsleitung unterstehen alle Verkaufsabteilungen, das betriebsinterne Telemarketing und der Außendienst.
Ein weiterer Einsatzbereich für Betriebswirte ist die Interne Revisionsabteilung. Auch ihr kommt eine Kontrollfunktion zu. Anders als beim Controlling geht es der Internen Revision weniger um Prozessoptimierung und Kosteneinsparung zugunsten des Unternehmens, sondern vielmehr um Überprüfung aller Prozessabläufe auf ihre Ordnungsmäßigkeit hin.
In kleineren mittelständischen Betrieben, die nicht über eine so klare Bereichsaufteilung verfügen, sind Betriebswirte Führungskräfte auf allen Ebenen, d.h. sie sind Controller, Revisioner, Vertriebsleiter, Marketingspezialisten und Experten im Rechnungswesen in einer Person. Ausgebildet sind sie jedenfalls grundlegend in allen Bereichen, es sei denn, man entscheidet sich bereits von Anfang an für eine rein spezialisierte betriebswirtschaftliche Ausbildung. Wer übrigens eine Karriere im Öffentlichen Dienst in einer Behörde plant, kommt mit einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung nicht unbedingt in die oberste Führungsetage. Die Voraussetzung für die Übernahme einer Behördenleitung ist das Examen zum Volljuristen, da der Amtsvorsteher die Behörde rechtlich nach außen, auch vor Gericht, vertritt.